Gäste aus Tscheljabinsk und Schüler aus Wipperfürth starten "Gemeinsam in die Zukunft"

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Auf vielen Wegen,während spannender Besuche und mit viel Engagement bei der Projektarbeit ging es für 20 Gäste aus Tscheljabinsk/Russland und 20 Gastgebern aus Wipperfürth in den letzten zwei Wochen vor den Osterferien "Gemeinsam in die Zukunft".

 

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Unter diesem Pojektthema stand die diesjährige Partnerschulbegegnung in Wipperfürth, deren Programm dankenswerterweise von der Stiftung Deutsch-Russischer Schüleraustausch finanziell unterstützt wurde. So konnten in den zwei Wochen des Aufenthaltes in Deutschland zahlreiche gemeinsame Aktionen durchgeführt werden, die zum Abschluss in einer simulierten Weltklimakonferenz mündeten.

Schon vor der offiziellen Begrüßung der russischen Gäste an der Konrad-Adenauer-Hauptschule in Wipperfürth, begann das Programm zum Projekt in Speyer. Dort nahm eine Delegation der beiden am Austausch beteiligten Wipperfürther Schulen - neben der KAH nimmt das Erzbischöflische St. Angela Gymnasium seit vielen Jahren Gäste auf und beteiligt sich an der Projektarbeit - die Teilnehmenden aus Russland in Empfang. Nach der langen Anreise wurde am Nachmittag nur ein kleiner Stadtrundgang durchgeführt, der zeigte zum einen natürlich den Dom in Speyer - Weltkulturerbe und größte erhaltende romanische Kirche weltweit, den Judenhof mit einem der ältesten erhaltenen Ritualbäder und die Protestantischen Gedächtniskirche, die mit ihrem Namen an den Beginn des protestantischen Glaubens in Speyer sowie an den Ursprung der Bezeichnung "Protestantismus" erinnert. Der Tag endete mit dem Kennenlernen einer typisch pfälzischen Mahlzeit, dem Pfälzer Saumagen.

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Der zweite Tag in Speyer stand dann ganz im Zeichen des Projektes. Gemeinsam besuchten wir das Technikmuseum, das neben diversen Fahrzeugen eine imposante Ausstellung an Flug- und Raumfahrzeugen bereit hält. Zu den Hauptattraktionen gehören unter anderem das größte in Serie gebaute propellergetriebene Flugzeug der Welt, die Antonow An-22 sowie eine Boeing 747-200 - beide begehbar. Wegweisend für die Zukunft ist ebenfalls die große Abteilung für die Raumfahrt, wo die Geschichte der bemannten Raumfahrt von den Anfängen über die Mondlandung bis zur Internationalen Raumstation ISS dargestellt wird. Insbesondere die russische Geschichte der Raumfahrt hinterließ bei den Gästen großen Eindruck und den Wunsch nach einem vergleichbaren Museum in ihrer Heimat. Der Besuch endete mit dem Film "Der blaue Planet" im 360° Kino und führte damit die eigene Verantwortung für die Zukunft unseres Planeten eindrücklich vor Augen.

 

 

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Dann ging es aber endlich und zügig nach Wipperfürth, wo die Gastfamilien ihre Gäste herzlich in Empfang nahmen und für das Wochenende schon viele Pläne hatten. Am Montag begrüßte die Schulleitung der KAH, Frau Disselbeck, die Gäste in der Aula, Schüler und Schülerinnen der Stufe 5 stimmten musikalisch mit sphärischen Klängen auf das Projektthema ein, zwei Schülerinnen der Stufe 8 hatten viel Hintergrundwissen in einer ansprechenden Power-Point-Präsentation zusammengetragen und mit dem Lied "Grenzenlos" der Stufe 6 flogen endgültig alle Gedanken ins Weltall ...

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Ein herzliches Willkommen brachte auch der Bürgermeister von Wipperfürth, Herr Michael von Rekowski zum Ausdruck und begrüßte insbesondere den Abgeordneten der Stadt Tscheljabinsk, Herrn Alexey Chetvernin. Dieser sowie die stellvertretende Schulleiterin der Schule Nr. 96 aus Tscheljabinsk, Frau Swetlana Nikitina, bedankten sich für die Gastfreundschaft, für die langjährige - mittlerweile 26 Jahre dauernde - Partnerschaft und wünschten für alle einen guten Aufenthalt, neue Freundschaften und ein gelungenes Projekt.

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Ausschlaggebend für das Projektthema "Gemeinsam in die Zukunft" waren unter anderem die Informationen, die der Raumfahrer Alexander Gerst - zuletzt Kommandant auf der ISS - über den Zustand unseres Planeten Erde zur Erde funkte. Vielleicht muss man ja erst einmal mit Abstand auf unsere Erde sehen, um für ihren Erhalt und ihre Sicherheit in Zukunft einzutreten. Im Projekt befassten wir uns also zunächst einmal mit der Raumfahrt und besuchten im Nachbarort Meinerzhagen die Firma Fuchs, die neben anderen Leichtmetallprodukten auch Triebwerkteile für z.B. die Ariane-Raketen produziert. Im Anschluss daran fand der Besuch des Zentrums für die Deutsche Luft- und Raumfahrt in Köln statt. Die Teilnehmenden erhielten einen Einblick in die Grundlagenforschung und ihre praktische Anwendung in der Praxis. Spannende Fragen wie: Sind wir allein im Universum? Wie sehen Fortbewegungsmittel der Zukunft aus? behandelt das DLR in seinen Schwerpunktthemen Luftfahrt, Raumfahrt, Verkehr und Energie. Nach der Besichtigung von Trainingsnachbauten der ISS konnten die Schüler gemeinsam Experimente zu den Themen "Der Traum vom Fliegen", "Gravitationsbiologie", "Infrarot", "Vakuum", "Lärmkontrolle", "Schwerelosigkeit" und "Galvanik" durchführen.

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Soweit die Technik und unsere vielfachen Möglichkeiten. Jetzt ging es aber um die Frage, was wir denn nun damit anfangen?

Die Weltklimakonferenz sollte ja für alle Länder dieser Erde eine mögliche Antwort auf das Leben in einer "Gemeinsamen Zukunft" geben. Um dafür Anregungen zu bekommen, fuhr die Gruppe zur Biologischen Station nach Nümbrecht. Ernährungsgewohnheiten und zukünftige Ernährungsbedürfnisse galt es zu überdenken und zu testen.

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All diese Ergebnisse und Informationen flossen ein bei der Vorbereitung der Weltklimakonferenz. Eingeteilt in verschiedene Länder-Gruppen erarbeiteten wir uns, was unsere Länder an CO2 verbrauchen, welche Zukunftsaussichten unsere Länder haben, mit welchen Ländern wir eventuell gemeinsam eine Lösung für unsere Probleme erarbeiten könnten, welche Kompromisse wir eingehen könnten oder müssten, damit für alle eine "Gemeinsame Zukunft" ermöglicht werden kann. In der Weltklimakonferenz teilten wir diese Ergebnisse den Gästen - Eltern sowie interessierte Lehrer - mit. Beispielhaft für unseren CO2 - Ausstoß waren aufgeblasene Luftballons. Für Ergebnisse, die den CO2 - Ausstoß reduzieren können, durften Ballons zum Platzen gebracht werden. Trotz einiger guter Ideen fanden wir es aber total schwierig zu einer gelungenen Einigung zu kommen. Wir haben eine Ahnung davon erhalten, wie mühsam es für unsere Politiker ist, bei entsprechenden Veranstaltungen zu guten Ergebnissen zu gelangen.

 

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Damit wir "Gemeinsam in der Zukunft" an unsere Verantwortung für die Zukunft denken, gab es noch ein Geschenk für unsere Gäste aus Tscheljabinsk: ein Insektenhotel und ein Nistkasten für den Schulhof.

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Neben all der interessanten Projektarbeit kamen aber auch andere gemeinsame Interessen nicht zu kurz. Wie immer war der Kölner Dom ein Highlight und beeindruckt waren die russischen Gäste vom Besuch der Oper "Russalka" in der Kölner Oper wie auch vom Radfahren auf dem Radweg entlang der ehemaligen Bahnlinie.

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Fazit: Wir freuen uns jetzt schon auf den Gegenbesuch im Januar in Tscheljabinsk!