Russisch-Deutsche Koffergeschichte/n

Published in Auslandskontakte

Schülerinnen und Schüler hatten ihre Koffer gepackt. Darin waren Mütze, Handschuhe, Schal, vielleicht auch eine lange Unterhose, Gastgeschenke und natürlich viele Vorstellungen und Ideen, wie es wohl in der russischen Gastfamilie in Tscheljabinsk werden würde. Wenn wir auf Reisen gehen, haben wir vieles im Gepäck - und das war dann auch unser Projektthema während des Aufenthaltes in unserer Partnerschule Nr. 96 in Tscheljabinsk/Russland.

 A002

A001

Ja, so stellen wir uns den Winter in Russland vor: Schnee, Kälte, Matroschkas ... Und dank der Unterstützung der Stiftung Deutsch-Russischer Jugendaustausch, der Stadt Wipperfürth und den Eltern konnten sich 21 Schülerinnen und Schüler der Konrad-Adenauer-Hauptschule und des Erzbischöflichen St. Angela Gymnasiums in den Weihnachtsferien auf die Reise zur europäisch-asiatischen Grenze machen. Da unser Projektthema Koffergeschichten aus unseren beiden Ländern behandelte, machten wir Zwischenstation in einer der ältesten Städte Russlands:

in der Hauptstadt der Republik Tatarstan - Kazan.

B01

Dort begrüßte uns eine Delegation unserer Partnerschule und begleitete uns auf unserer Entdeckungsreise durch diese beeindruckende alte Stadt mit tatarischen Traditionen. Überall begegnete uns die "Weiße Katze", das Wahrzeichen dieser Stadt, und zur Erinnerung konnte sich jeder von uns eine eigene Katze gestalten und mitnehmen.

 

B02F21

Wir erhielten im Technik-Museum einen Einblick in technische Errungenschaften, hatten Spaß an optischen Täuschungen und stärkten uns anschließend mit original tatarischem Mittagessen. Da durfte der Samowar natürlich nicht fehlen.C11

C31

D07

Zurückgesetzt in die Geschichte fühlten wir uns beim Anblick der alten tatarischen Holzhäuser, bunt bemalt oder auch beim Gang durch den "Weißen Kreml". Beeindruckend hier der Sujumbike-Turm und die neu erbaute Kul-Scharif-Moschee. Direkt daneben die orhodoxe Mariä-Verkündigung-Kirche mit der bekannten Ikone der kazanischen Madonna. Nicht umsonst sind die Tataren stolz auf ein jahrundertelanges friedliches Miteinander beider Kulturen.

D30E02

E55E46

Ganz schnell kamen wir aber wieder in der Gegenwart an: beim Bummel über die große Einkaufsstraße begegneten uns bekannte Symbole ...

F33

Krönender Abschluss der Entdeckungsreise durch Kazan war der Licherzauber am Abend, die Fahrt mit dem Riesenrad und der Besuch der Eisrutschen.

F41D59

F60

 Früh morgens ging es weiter mit dem Flieger nach Ekaterinburg - ebenfalls eine Stadt mit großer russischer Geschichte. Sie zeugt vom Ende des russischen Zarenreiches. Daran erinnert zum einen die neue große Kirche, erbaut zu Ehren der letzten Zarenfamilie und etwas außerhalb der Stadt die Klosteranlage mit einer kleinen Kirche für jedes ermordete Familienmitglied.

G11G28

G57

Zur Freude aller durften die weiblichen Besucher nur in Röcken diesen Ort besuchen. Dafür lagen rote Wickelröcke für uns am Eingang bereit.

 

 G39G41

Voll mit Eindrücken brachte der Bus uns dann endgültig zu unserem Ziel: Tscheljabinsk. Dort konnten wir das russische Weihnachtsfest gemeinsam mit unseren Gastgebern feiern, durch die festlich beleuchtete Innenstadt bummeln und das Eisstädtchen besuchen.

H01I64

I19

Trotz russischer Winterferien trafen wir uns in der Schule Nr. 96. Dort wird nicht nur Deutsch gelernt und gelehrt, sondern anhand zweier interessanter Museen auch etwas über die russische Marinegeschichte und das Leben der deutschen Zwangsarbeiter, die während des Zweiten Weltkrieges das große Metallurgische Werk aufbauen mussten, anschaulich dargestellt.

H02

H11H14

Durch tief verschneite Wälder und über den zugefrorenen Fluss ging es ins Zentrum von Tscheljabinsk. Dort erzählt das Stadtmuseum von der alten und neuen Geschichte der Uralregion. Alte Knochenfunde, ausgestopfte Tiere, aber auch der Meteorit, der 2013 für weltweites Interesse an der Stadt sorgte, berichten anschaulich über das Gebiet.

H18H20

L52L44

Für alle schneebegeisterten Teilnehmenden gab es eine Fahrt ins Skiegebiet im Ural. Erfahrene Skieläuferinnen und -läufer durften direkt auf die Piste. Für alle Anfängerinnen und Anfänger gab es einen Skiekurs. Tatsache ist: alle Teilnehmenden konnten am Ende auf zwei Skiern den Abhang heruntergleiten! Glückwunsch!

N24N33

 Zum Abschluss trafen sich alle Gäste und Gastgeber zusammen mit weiteren Schülerinnen und Schülern der Schule Nr. 96 im Ferienlager Vita. Dort wurde mit den Erfahrungen aus Kazan, Ekaterinburg und den Museen in Tscheljabinsk sowie den Vorarbeiten zu unserem Projekt unser Geschichtenkoffer fertiggestellt. Ein doppelseitig gestaltetes Leporello erscheint, wenn der Koffer geöffnet wird mit 100 Jahren russischer und deutscher Geschichte. Die Ergebnisse wurden auf 99 Luftballons veranschaulicht, in Anlehnung an den Song von Nena "99 Luftballons". Ein 100. Luftballon prangt auf dem Kofferdeckel mit einer von uns neu gedichteten Strophe. Es ist ein Hoffnungsballon, der von unserer Freundschaft, von unseren Visionen eines friedlichen Miteinanders aller Völker in Verantwortung für uns, unsere Welt und für die Zukunft handelt.

O68O66

O73O74

Auch unser Gastgeschenk ging auf unser Projektthema ein: ein deutsch-russischer Freundschaftskoffer, gefüllt mit Spielen und Büchern zur deutsch-russischen Geschichte für die Schule, sowie Schlüsselringen mit kleinen Rucksäckchen in unseren Landesfarben - verbunden mit der Hoffnung, dass unsere Koffer bei unseren nächsten Reisen zu unseren Partnerschulen viele gute Erfahrungen beinhalten!

O97O98

Was gibt es noch zu erwähnen? Natürlich die offiziellen Besuche beim Bürgermeister des Stadtbezirks, eine herzliche Einladung zum Gegenbesuch im kommenden Frühjahr, Winterbilder, auf die wir hier in Deutschland dieses Jahr wohl vergeblich warten, neue Freundschaften, die entstanden sind und von denen viele Freundschaftsbänder am Ende der Begegnung kündeten ...

L34H09

L04O39

O99